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» Das Interview |
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Franka Brzezinski leitet ehrenamtlich den Verein NKU e.V.
Netzwerkkompass für Gründer, Nachfolger und Jungunternehmer in M/V.
Wir haben mit ihr über ihr ehrenamtliches Engagement gesprochen. |
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„Gründer bringen
Innovation in unser Land und Nachfolger in bestehende Unternehmen“ |
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Frau Brzezinski,
Sie leiten das Netzwerk für Gründung, Nachfolge und Jungunternehmer
im Ehrenamt. Wie sind Sie dazu gekommen? |
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2007 habe ich
zusammen mit einigen Kollegen den NKU e.V. initiiert, mit denen
ich in einem gemeinsamen EU-Projekt als Unternehmensberaterin
mit dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge tätig war. Im Rahmen
dieses Projektes haben wir Unternehmen in der Regelung ihrer
Nachfolge begleitet. Als das Projekt auslief, fanden wir es
wichtig, unsere Erfahrungen weiterhin zur Verfügung zu stellen.
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Warum ist die
Unternehmensnachfolge ein so wichtiges Thema? |
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Gerade viele
kleine bis mittlere Unternehmen behandeln das Thema leider eher
stiefmütterlich. Oft geben sich inhabergeführte Firmen mit der
Schließung und damit der Abwicklung der Firma zufrieden, sobald
der Inhaber in den Ruhestand wechselt. Das ist in Zeiten
wirtschaftlicher Unsicherheit schade und sogar
volkswirtschaftlich schädlich. Sowohl Arbeitsplätze als auch
Steuereinnahmen gehen auf diese Weise verloren. Das muss nicht
sein, wenn man die Nachfolge früh genug regelt. |
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Was empfehlen
Sie Ihren Mandanten? |
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Der frühe Vogel
fängt den Wurm. Wer sich zeitig um einen Nachfolger bemüht, kann
sein Unternehmen „ordentlich“ übergeben und ruhigen Gewissens in
den verdienten Ruhestand gehen. Oft hängt ja ein Lebenswerk an
so einer Firma. |
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Das dient dann
beiden Seiten – dem Übergeber und dem Übernehmer. Richtig? |
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Richtig. Aus der
Sicht des Übernehmenden handelt es sich quasi um eine
Existenzgründung. Nur dass die Idee schon am Markt etabliert
ist, ein fester Kundenstamm existiert sowie ein fundierter
Erfahrungsschatz, auf den er in der Phase der Übergabe
zurückgreifen kann. Der Übergeber geht sicher, dass sein
Unternehmen qualifiziert weitergeführt wird und dass seine
langjährigen Mitarbeiter weiter in Lohn und Brot stehen.
Außerdem habe ich in meiner langjährigen Beratungserfahrung
gemerkt, dass eine Nachfolge durchaus frischen Wind und
Innovationskraft in ein Unternehmen bringt. |
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Wie
aufgeschlossen zeigt sich die Politik Ihrer Arbeit gegenüber?
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Generell ist die
Landespolitik natürlich an unserer Arbeit interessiert.
Schließlich helfen wir Arbeitsplätze zu sichern,
Ausbildungsplätze zu schaffen, wirtschaftlich gefestigte
Strukturen aufrechtzuerhalten und junges innovatives Know-how zu
integrieren.
Wir bemühen uns gerade derzeit in Gesprächen mit dem
Wirtschaftsministerium gemeinsame Wege zu finden, um das Projekt
nachhaltig auf ein starkes Fundament zu stellen. |
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Wie groß ist
der „Markt“ für Unternehmensnachfolge? |
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Nach unseren
Schätzungen werden sich über 4000 Unternehmen im Land
mittelfristig Gedanken um ihre Nachfolge machen müssen. Die
Mehrzahl dieser Betriebe beschäftigt zehn Mitarbeiter oder
weniger. |
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Das ist ein
riesiges Beschäftigungsfeld für einen ehrenamtlichen Verein. |
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Das stimmt. Aber
seit der Gründung hat der Verein schon 60 Mitglieder gewonnen. –
und das Netzwerk aus Steuerberatern, Rechtsanwälten,
Marketingexperten, Energieberatern, Coaches,
Unternehmensberatern und anderen Fachleuten wächst stetig
weiter. Weitere interessierte Experten sind ständig bei uns
willkommen. Nach der Rostocker Zentrale gibt es bereits eine
Regionalstelle in Güstrow, Wismar und Schwerin. |
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Wer kann beim
NKU mitwirken? |
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Im Prinzip jeder,
der Know-how in Sachen Existenzgründung oder Unternehmensführung
mitbringt. Allerdings unterziehen wir jeden unserer Experten
einer Art Prüfung, um die Beratungsqualität zu gewährleisten.
Außerdem haben wir ein internes Evaluationssystem.
Neben dem Beraterpool setzen wir auf die Kooperation mit anderen
Verbänden wie z.B. dem Forschungsverbund MV, dem Dehoga, den
Kreishandwerkerschaften und dem Bauernverband. So erreichen wir
die wirtschaftliche Basis des Landes. |
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Was ist Ihr
ganz persönlicher Antrieb bei dieser Aufgabe? |
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Ich finde es
schade, wenn junge Leute das Land verlassen und gleichzeitig
immer mehr Betriebe von der Landkarte verschwinden. Ein
lebenswertes Land profitiert von der Vielfalt der Generationen
und den wirtschaftlichen Erfolgen der Unternehmen sowie der
Zufriedenheit unserer hier lebenden Menschen. Beides kann ich
mit der Netzwerkarbeit ein Stück verbessern.
Denn nicht nur ich, sondern alle Mitglieder unseres Vereins
leben gerne in Mecklenburg Vorpommern und möchten Verantwortung
übernehmen, um jungen Generationen Perspektiven und Chancen in
ihrer Heimat zu geben und sie bei der Umsetzung ihrer Ideen und
Visionen zu unterstützen. Einfach ein verlässlicher, starker
Partner zu sein. |
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Vielen Dank für
das Gespräch. |
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